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Gmail
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Gmail, frĂŒher zeit- und gebietsweise auch Google Mail, ist ein kostenloser E-Mail-Dienst des US-amerikanischen Unternehmens Google. Neben dem Webmail-Zugang ist der Abruf der E-Mails auch ĂŒber die offizielle Gmail-App und E-Mail-Programme von Drittanbietern ĂŒber POP3 und IMAP4 möglich.cite-ref-3[3]
Der kostenlos angebotene Dienst brachte groĂe Bewegung in den Freemail-Markt. Das groĂteils mittels Ajax-Technik realisierte Funktionsangebot der browserbasierten OberflĂ€che orientiert sich an eigenstĂ€ndigen E-Mail-Programmen. Seit Mitte 2012 gilt das Angebot als der weltweit meistgenutzte E-Mail-Anbieter.cite-ref-4[4] Paul Buchheit, Google Angestellter mit der Personalnummer 23, startete das Projekt um das Jahr 2000.
Contents
âą Geschichte
âą E-Mail-Adresse
âą Markenprobleme
âą Funktionen
âą Labels
⹠WeboberflÀche
âą Speicher
âą Suche
âą Apps
âą Google Talk
âą Google Voice
âą Google Buzz
âą Google Workspace
âą Sicherheit
âą Spamfilter
⹠AnhÀnge
âą Finanzierung
âą Kritik
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Gmail brachte ab seiner AnkĂŒndigung zum 1. April 2004, vor allem durch die anfĂ€ngliche PostfachgröĂe von einem Gigabyte Speicher, groĂe Bewegung in den Freemail-Markt.cite-ref-launch-5-0[5] Andere Anbieter dieses von Hotmail, Yahoo Mail und in Deutschland auch von GMX und Web.de dominierten Marktes hatten ihren Nutzern im Vergleich dazu bis dahin nur zwischen zwei und zwanzig Megabyte gewĂ€hrt.
Nach der AnkĂŒndigung und einer geschlossenen Beta-Phase ab April 2004 war eine Anmeldung ĂŒber einen Freischaltcode oder eine Einladung durch einen schon registrierten Nutzer von August 2005 an möglich.cite-ref-launch-5-1[5] Er wird seit Februar 2007 weltweit ohne vorherige Einladung angeboten.cite-ref-6[6] Die öffentliche Testphase dauerte bis Juli 2009 an.cite-ref-7[7]
E-Mail-Adresse
Gmail ignoriert Punkte im vorderen Teil der E-Mail-Adresse, Mails an das Konto benutzername@gmail.com kommen also auch dann an, wenn die Adresse benutzer.name@gmail.com oder benutz.ername@gmail.com lautet.cite-ref-8[8] Ăber Filter besteht die Möglichkeit, Mails mit einer solchen Adresse beispielsweise weiterzuleiten oder direkt in den Papierkorb verschieben zu lassen. Ăhnliches gilt auch fĂŒr Plus-Zeichen nach dem Benutzernamen. So kommen Mails an benutzername+erweiterung@gmail.com oder benutzername+test@gmail.com genauso an wie Mails an benutzername@gmail.com.cite-ref-9[9]
Benutzernamen mĂŒssen mindestens sechs Zeichen umfassen.cite-ref-10[10] Gmail ermöglicht es, unter verschiedenen IdentitĂ€ten und Absenderadressen E-Mails zu versenden. Zudem können ĂŒber POP3 E-Mail-Konten anderer Anbieter abgerufen werden.
Markenprobleme
Deutschland
UrsprĂŒnglich hieĂ dieser Dienst in Deutschland Gmail,cite-ref-11[11] musste aber 2005 wegen eines Streits um die deutschen Markenrechte mit einem Hamburger Briefpostunternehmen umbenannt werden. Letzteres hatte den Markennamen G-mail vor Google angemeldet und gewerblich genutzt.cite-ref-12[12] Im Juli desselben Jahres fĂŒhrte Google ein, dass E-Mail-Adressen von neuen deutschen Benutzern statt der Domain @gmail.com die Endung @googlemail.com erhalten. Im April 2012 erreichte Google auĂergerichtlich die Ăbernahme der Marke Gmail und der Domain gmail.de auch in Deutschland.cite-ref-13[13] Seit dem 20. Juni 2012 erhalten alle neuen Benutzer eine E-Mail-Adresse mit @gmail.com. Bisherige Benutzer können seit 26. Juni 2012 ihre @googlemail.com-Adresse in eine @gmail.com-Adresse Ă€ndern.cite-ref-14[14]
Vereinigtes Königreich
Am 19. Oktober 2005 wurde auch die britische Version von Gmail in Google Mail umbenannt, weil âGmailâ bereits von einem anderen Unternehmen als Markenname angemeldet worden war.cite-ref-15[15] Auch hier fĂŒhrte der Namenswechsel dazu, dass E-Mail-Adressen zwischenzeitlich auf @googlemail.com lauteten. Seit dem 3. Mai 2010 ist Gmail im Vereinigten Königreich wieder unter dem Namen Gmail verfĂŒgbar.cite-ref-16[16]
Polen
China
Funktionen
Labels
Die Ablage empfangener E-Mails erfolgt nicht, wie bisher allgemein ĂŒblich, in verschiedenen Ordnern, sondern in einem zentralen Mailarchiv. Ferner werden Nachrichten in Themen, von Google âKonversationenâ genannt, zusammengefasst. An die Stelle von Ordnern treten bei Gmail sogenannte âLabelsâ, die frei definiert und per Mailfilter oder manuell den Nachrichten zugeteilt werden können. Durch diese Labels ist es möglich, Mails â im Gegensatz zur gewöhnlichen Ordnerstruktur â mehreren Kategorien zuzuordnen.
WeboberflÀche
Gmail nutzt den Webbrowser als technische Plattform fĂŒr seine Benutzerschnittstelle. In Funktion und Ausstattung orientiert sie sich an eigenstĂ€ndigen E-Mail-Programmen. DafĂŒr werden JavaScript in Form von Ajax und HTML5 genutzt.cite-ref-20[20]
Eine gerade bearbeitete Mail wird von Gmail automatisch zwischengespeichert, sodass bei VerbindungsabbrĂŒchen oder ZeitĂŒberschreitungen nur Teile des geschriebenen Textes verloren gehen können. Auch wird durch eine Sicherheitsabfrage ĂŒberprĂŒft, ob ein Seitenwechsel vom Benutzer beabsichtigt ist, sofern auf diese Weise ungespeicherter Text verloren gehen wĂŒrde.
Auf MobilgerÀten wird eine spezielle BenutzeroberflÀche angezeigt. Diese umfasst zahlreiche Funktionen der Gmail-Desktop-OberflÀche, aber angepasst auf kleinere Bildschirme.cite-ref-21[21]
Speicher
Gmail startete mit 1 GB Speicherplatz. Letztlich erhöhten die meisten Gmail-Mitbewerber die SpeicherkapazitĂ€ten ihrer Angebote nach Anlaufen der öffentlichen Beta-Phase von Gmail zum Teil drastisch. Darauf reagierte wiederum Gmail zum ersten Jahrestag des kostenlosen Dienstes durch eine Verdoppelung der SpeicherkapazitĂ€t auf 2 GB.cite-ref-22[22] Seither stieg die maximale PostfachgröĂe fortwĂ€hrend in kleinen Schritten an, zeitweilig wurde die Erweiterung beschleunigt, seit 2013 wird die PostfachgröĂe nicht mehr vergröĂert.cite-ref-23[23] Im Zuge des Starts des cloudbasierten Google Drive wurde im April 2012 der Speicherplatz auf 10 GB erhöht.cite-ref-24[24] Durch die Vereinigung von Gmail, Google Drive und dem damaligen Google+ Photos im Juni 2013 stehen dem Nutzer seither 15 GB zur VerfĂŒgung.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-15gb-of-free-storage-thanks-google-27-0[27]
Benutzer können auch ĂŒber ein monatliches Abonnement zusĂ€tzlichen Speicherplatz kaufen, der ebenfalls von Gmail, Google Drive und Google Fotos geteilt wird. Es gibt BezahlplĂ€ne fĂŒr bis zu 30 TB fĂŒr den persönlichen Gebrauch.cite-ref-28[28]
Im Herbst 2016 betrug die maximale GröĂe mit der E-Mails angenommen oder versandt wurden, 25 MB. Bis zum Mai 2007 lag die Grenze bei 10 MB.cite-ref-29[29]
Suche
Gmail umfasst eine Suchleiste fĂŒr E-Mails. Sie ermöglicht auch die Suche nach Kontakten, in Google Drive gespeicherten Dateien und Ereignissen aus dem Google Kalender.cite-ref-30[30] Am 21. Mai 2012 verbesserte Gmail die SuchfunktionalitĂ€t durch AutovervollstĂ€ndigung auf Basis der E-Mails des Benutzers.cite-ref-31[31] Wie die Internetsuche unterstĂŒtzt auch die Suchfunktion von Gmail nicht die Suche nach Wortfragmenten (âSubstring-Sucheâ). Allerdings werden durchaus Wortbestandteile im Rahmen des sogenannten Stemming gefunden (z. B. findet die Suche nach âMonatâ auch E-Mails mit dem Wort âMonateâ).cite-ref-32[32]
Apps
Es existieren Gmail-Apps fĂŒr Android und iOS.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34] Die Android-Variante war die erste App in Google Play, die eine Milliarde Installationen erreichte.cite-ref-35[35] 2014 stellte Google als weitere E-Mail-App Inbox by Gmail vor.cite-ref-36[36] Im September 2016 kĂŒndigte Google an, dass Gmail CSS-Selektoren fĂŒr die BildschirmgröĂe unterstĂŒtzt.cite-ref-37[37] So sollen E-Mails besser auf verschieden groĂen GerĂ€ten angezeigt werden. Am 2. April 2019 wurde der Betrieb von Google Inbox eingestellt.
Am 22. September 2009 erweiterte Google Gmail um eine Push-Funktion mittels Google Sync fĂŒr iOS und Windows Mobile.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] Zudem bot Google die Möglichkeit, Gmail ĂŒber das ActiveSync-Protokoll mit verschiedenen MobilgerĂ€ten zu synchronisieren.cite-ref-40[40] Im Dezember 2012 wurde der Zugriff ĂŒber das ActiveSync-Protokoll beschrĂ€nkt, sodass keine neuen GerĂ€te mehr zugelassen werden.cite-ref-41[41] Alternativ bietet Google die Möglichkeit, mobile EndgerĂ€te durch Nutzung der offenen Protokolle IMAP, CardDAV und CalDAV zu synchronisieren.cite-ref-42[42]
Integration anderer Google-Dienste
Google Talk
â
Hauptartikel
:
Google Talk
Der Dienst Google Talk wurde in die Web-OberflĂ€che von Gmail integriert. Diese auf dem XMPP-Standard basierende Funktion bietet die Möglichkeit, Kontaktpersonen aus dem eigenen Adressbuch, die gerade auch ihre E-Mails abholen, direkt anzuschreiben, mit ihnen zu chatten oder eine Sprach- oder Videoverbindung aufzubauen. Die Chat-Protokolle werden dabei in einem eigenen Verzeichnis archiviert. Die Verbindungsaufnahme mit Benutzern externer Messaging-Dienste (ICQ, MSN, AIM, Yahoo Messenger) ĂŒber sogenannte âXMPP-Transportsâ ist möglich. Anfang Dezember 2007 wurde AIM in den Gmail-Chat integriert.cite-ref-43[43]
Google Voice
Im August 2010 veröffentlichte Google ein Plug-in, das auf der Google-Talk-BenutzeroberflĂ€che von Gmail einen integrierten Telefondienst zur VerfĂŒgung stellt. Der Dienst hatte zunĂ€chst keinen offiziellen Namen und wurde von Google lediglich als âGoogle Voice im Gmail-Chatâ bezeichnet.cite-ref-44[44]cite-ref-cbc25aug10-45-0[45]cite-ref-new-york-daily-news-46-0[46] Benutzer konnten damit von ihrem Gmail-Konto aus kostenlose Telefonate innerhalb der USA und Kanada fĂŒhren.cite-ref-47[47] Gegen GebĂŒhr können auch andere LĂ€nder angerufen werden. Am 26. August 2010 registrierte der Dienst ĂŒber eine Million GesprĂ€che innerhalb von 24 Stunden.cite-ref-cnn26aug10-48-0[48] Im Herbst 2012 wurde die 2008 in Gmail eingefĂŒhrte Videochatfunktion durch Google Hangouts ersetzt.cite-ref-49[49] Google Voice ist seit 2014 Bestandteil der mobilen Apps von Hangouts.cite-ref-50[50]
Google Buzz
â
Hauptartikel
:
Google Buzz
Am 9. Februar 2010 fĂŒhrte Google sein neues Social-Networking-Tool Google Buzz ein, das in Gmail integriert ist und den Benutzern ermöglicht, Links, Medien und Status-Updates zu teilen.cite-ref-51[51]cite-ref-latimes-52-0[52] Buzz wurde mit einem automatischen Opt-in gestartet, was zu einem Aufschrei in der Gmail-Community fĂŒhrte, der Google rasch dazu veranlasste, diesen Schritt zurĂŒckzunehmen.cite-ref-android-guys-53-0[53] Im Herbst 2011 wurde Google Buzz geschlossen, weil Google sich auf das soziale Netzwerk Google+ konzentrieren wolle.cite-ref-54[54] Google+ ist seit dem 2. April 2019 ebenfalls geschlossen.cite-ref-55[55]
Google Workspace
â
Hauptartikel
:
Google Workspace
Am 10. Februar 2006 fĂŒhrte Google einen eigenen Gmail-Domain fĂŒr Studenten am San JosĂ© City College ein.cite-ref-56[56] Diese Möglichkeit wurde langsam auf mehr Unternehmen und Bildungseinrichtungen ausgeweitet. Google erweiterte den Dienst im Jahr 2006 um zusĂ€tzlich individualisierbare Versionen von Google Kalender, Google Sites und anderen Google-Diensten.cite-ref-57[57] Erst veröffentlicht unter dem Namen âGoogle Apps for Your Domainâ heiĂt der Dienst seit Ende 2016 âG Suiteâ.cite-ref-58[58] Durch verschiedene Editionen werden sowohl Unternehmen als auch kleinere Firmen angesprochen. Am 6. Oktober 2020 wurde die G Suite von Google in Google Workspace umbenannt.cite-ref-59[59]
Sicherheit
Siehe auch
:
Abschnitt âSicherheitâ im Google-Konto-Artikel
Gmail protokolliert die letzten zehn Zugriffe auf das Postfach mit IP-Adresse und Zeitstempel. Zudem zeigt es an, wo dasselbe Postfach noch gleichzeitig geöffnet ist (mit IP-Adresse und Browsertyp, erreichbar auf der Postfach-Seite ganz unten).
Spamfilter
Der Spamfilter von Gmail verfĂŒgt ĂŒber ein gemeinschaftsgesteuertes System: Sobald irgendein Benutzer eine E-Mail als Spam markiert, dient diese Information dem System als Hilfe zur Identifizierung kĂŒnftiger Ă€hnlicher Nachrichten an alle Gmail-Benutzer.cite-ref-why-messages-are-marked-as-spam-gmail-60-0[60]cite-ref-61[61] Benutzer können das System so einstellen, dass es als Spam markierte Mails individuell verarbeitet.cite-ref-why-messages-are-marked-as-spam-gmail-60-1[60] Google Inc. gibt an, dass jede Mail an oder von Gmail ausschlieĂlich vom jeweiligen Kontoinhaber gelesen wird, und dass von Computern gelesene Inhalte nur der Steigerung der Relevanz von Werbung bzw. dem Blockieren von Spam-E-Mails dienen.cite-ref-62[62]
Seit 2015 benutzt Google kĂŒnstliche neuronale Netze, um Spam zu erkennen.cite-ref-63[63]cite-ref-64[64]
AnhÀnge
Als SicherheitsmaĂnahme gegen potenzielle Viren werden an ein Gmail-Konto gesendete E-Mails, die einen Anhang mit ausfĂŒhrbaren Dateien (welche Google ĂŒber die Dateiendung erkennt) haben, nicht zugestellt.cite-ref-65[65]
Schutz vor Missbrauch
Wenn ein Algorithmus etwas entdeckt, das Google als âUnregelmĂ€Ăigkeiten, die auf einen möglichen Missbrauch Ihres Kontos hinweisenâ bezeichnet, kann das Konto automatisch gesperrt werden. Die Sperre dauert zwischen einer Minute und 24 Stunden, je nach Art der entdeckten AktivitĂ€t. Mögliche GrĂŒnde fĂŒr eine Sperre sind:cite-ref-lockdown-66-0[66]
âą âEmpfangen, Löschen oder Versenden groĂer Mengen von E-Mails ĂŒber POP oder IMAP innerhalb eines kurzen Zeitraums. Wenn Sie die Fehlermeldung Sperrung in Sektor 4 erhalten, können Sie erst nach ca. 24 Stunden wieder auf Gmail zugreifen.â
âą âSenden einer groĂen Anzahl nicht zustellbarer Nachrichten (Nachrichten, die an den Absender zurĂŒckgeschickt wurden).â
âą âVerwendung von File-Sharing- oder File-Storage-Software oder Drittanbietersoftware mit automatischer Anmeldung in Ihrem Konto.â
âą âĂffnen mehrerer Instanzen von Gmail.â
âą âProbleme mit dem Browser. Wenn Ihr Browser beim Zugriff auf Ihren Posteingang stĂ€ndig neu lĂ€dt, besteht vermutlich ein Browserproblem. In diesem Fall mĂŒssen Sie möglicherweise den Cache und die Cookies des Browsers löschen.â
Kinderpornografie
Google bekÀmpft Kinderpornografie auf den Gmail-Servern in Zusammenarbeit mit dem National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), um weltweit Kinder zu finden, die missbraucht werden. Dazu erstellt Google zusammen mit dem NCMEC eine Datenbank kinderpornografischer Bilder. Jedes Bild erhÀlt eine einzigartige Nummer, einen Hash. Danach scannt Google Gmail nach diesen einzigartigen Hashes. Werden verdÀchtige Bilder gefunden, meldet Google dies den Behörden.cite-ref-67[67]
Finanzierung
Vor Mitte 2017 zeigte der fĂŒr den Endnutzer kostenlose Dienst Gmail kontextbezogene Text-Werbung (Google Ads) an, die auf den Inhalt von E-Mails angepasst war und analog zur SuchmaschinenoberflĂ€che von Google eingeblendet wurde. Dazu wurde nicht nur die geöffnete E-Mail analysiert, sondern es wurden auch die zuletzt empfangenen Mails mit einbezogen.cite-ref-heise-de-gmail-adwords-68-0[68] Im Gegensatz zu vielen anderen Freemail-Anbietern verzichtet Google von Anfang an auf das automatische HinzufĂŒgen eines Werbetextes am Ende jeder E-Mail oder Werbebanner auf den Internetseiten.
Nachdem der Dienst dafĂŒr kritisiert wurde,cite-ref-69[69] hat Google im Juni 2017 bekannt gegeben, die Werbung nicht mehr anhand der in E-Mails enthaltenen Texte zu personalisieren.cite-ref-70[70] Die Werbung wird seitdem anhand von anderen KontoaktivitĂ€ten ausgewĂ€hlt, die ein Nutzer ausfĂŒhrt, wĂ€hrend er mit seinem Google-Konto angemeldet ist.cite-ref-71[71] Texte aus E-Mails von G-Suite-Kunden wurde auch zuvor nicht fĂŒr personalisierte Werbung verwendet.
Kritik
Siehe auch
:
Kritik an der Google LLC
Verschiedene Datenschutzexperten warnten 2008 vor einer weiteren Aufweichung der PrivatsphÀre, da Gmail sÀmtliche E-Mails automatisiert durchsucht, um daraufhin kontextbezogene Werbung einblenden zu können.cite-ref-72[72] Anfang 2016 mahnte die Verbraucherzentrale Bundesverband Google wegen zwei unzulÀssigen Klauseln in der DatenschutzerklÀrung ab.cite-ref-vzvb-abmahnung-73-0[73] Das Kammergericht in Berlin wies eine Berufung Googles im MÀrz 2020 wegen 25 illegaler Klauseln vollem Umfang ab.cite-ref-74[74] In erster Instanz hatte bereits das Landgericht Berlin so entschieden. Das Urteil vom 21. MÀrz (Aktenzeichen 23 U 268/13) ist noch nicht rechtskrÀftig.
Eine darĂŒber hinausgehende Nutzung der gewonnenen Daten zu Vermarktungszwecken wird von Google nicht ausgeschlossen. Zu einem ersten gröĂeren Schlagabtausch kam es wĂ€hrend der Konferenz Computers, Freedom & Privacy in Berkeley. Chris Hoofnagle vom Electronic Privacy Information Center warnte davor, dass âGmail den kleinsten gemeinsamen Nenner beim Datenschutz aller Webmailer absenkenâ werde.cite-ref-75[75]
Obwohl der Betreiber Google darauf hinweist, dass jeder Nutzer beim Erstellen seines Zugangs diesen Nutzungsbedingungen zustimmen muss, wird der Punkt von DatenschĂŒtzern als problematisch erachtet: Weil Versender von E-Mails, die selbst nicht Gmail-Nutzer sind, keine Zustimmung zum Ăffnen und Verarbeiten der Mails gegeben haben, reiche das Akzeptieren der Nutzungsbedingungen durch die eigenen Nutzer nicht aus.
Weiterhin gab es zum Start von Gmail Kritik wegen der Lizenzbestimmungen, da diese nicht nur erlauben, die E-Mails zu indizieren, sondern auch keine Garantie gegeben wurde, dass vom Benutzer gelöschte E-Mails wirklich gelöscht werden. Es stellte sich heraus, dass Google damit die regelmĂ€Ăigen Sicherungskopien meinte.
AuĂerdem finden sich in den Datenschutzbestimmungen viele Formulierungen, die Gmail weitreichenden Handlungsspielraum geben, die PrivatsphĂ€re der Nutzer zu beschneiden. Beispielsweise kann Gmail personenbezogene Daten (also auch Inhalte von E-Mails) weitergeben, wenn es ânach Treu und Glauben davon ausgehenâ könne, beispielsweise âdie Rechte, das Eigentum oder die Sicherheit ⊠der Ăffentlichkeit zu schĂŒtzen.âcite-ref-76[76]
Literatur
âą Malte Helmhold: Google, Mail und Kalender. KnowWare-Verlag 2011, ISBN 978-87-91364-94-5.
Weblinks
âą Offizieller Blog (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. Spracheinstellungen in Gmail Àndern. In: Gmail-Hilfe. Google, abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-22. Jens Minor: Meilenstein nach ĂŒber 14 Jahren: GMail hat mehr als 1,5 Milliarden aktive Nutzer. Googlewatchblog, 29. Oktober 2018, abgerufen am 29. Oktober 2018.
cite-note-33. â Gmail-Nachrichten ĂŒber andere E-Mail-Clients mit IMAP abrufen. In: Gmail-Hilfe. Google, abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-44. â Sean Ludwig: Gmail finally blows past Hotmail to become the worldâs largest email service. VentureBeat, 28. Juni 2012, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-launch-55. â Google Gets the Message, Launches Gmail. In: googlepress.blogspot.de. Google, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-66. â David Murray: From Gmail with <3. In: Official Google Blog. Google, 14. Januar 2007, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-88. â Warum erhalte ich E-Mails, die nicht fĂŒr mich bestimmt sind? In: Gmail-Hilfe. Google, abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-99. â Robby Stein: 2 hidden ways to get more from your Gmail address. Official Gmail Blog, 5. Februar 2008, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-1010. â Gmail-Konto erstellen. In: Gmail-Hilfe. Google, abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-1111. â Gmail. Abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-1212. â Nate Anderson: Google canât use âGmailâ name in Europe. Ars Technica, 31. Januar 2007, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-1313. â Volker Briegleb: Google legt Streit um Marke âGmailâ bei. heise online, 13. April 2012, abgerufen am 15. September 2016.
cite-note-1414. â Mark Striebeck: Willkommen bei Gmail, Deutschland. Itâs official: Gmail is Gmail everywhere. Official Gmail Blog, 20. Mai 2012, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
cite-note-1515. â Google Mail in the UK. Google, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 13. Juli 2012; abgerufen am 20. September 2016.
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cite-note-1717. â Barry Schwartz: Google Sues Group Of Polish Poets Over Gmail.pl Name. Search Engine Land, 19. Februar 2007, abgerufen am 15. September 2016 (englisch).
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